Durch die Erhöhung des Leitzinses der EZB auf 2,4% für den Hauptrefinanzierungssatz, sind viele besorgt über mögliche steigende Bauzinsen. Doch die Sorge ist unbegründet.
Trotz der Erhöhung der EZB bleiben die Bauzinsen auf gleichem Niveau.
Bauzinsen zählen zu den langfristigen Zinsen und hängen daher nicht direkt von der EZB ab. Sie orientieren sich stattdessen an den Renditen 10-jähriger Bundesanleihen und Pfandbriefe. Da Banken ihre Immobiliendarlehen meist über Pfandbriefe gegenfinanzieren, wirkt sich jede Renditeänderung bei den Staatsanleihen direkt auf die Zinsen dieser Pfandbriefe und somit auf die Bauzinsen aus.
Die Höhe der Bauzinsen wird vor allem durch die Entwicklung am Kapitalmarkt bestimmt. Einen direkten Einfluss haben die Zinsen für Pfandbriefe, während der Leitzins der Europäischen Zentralbank die Bauzinsen eher indirekt beeinflusst.
Renommierte Banken und Sparkassen gehen von gleichbleibenden Zinsen aus.
Es besteht jedoch auch Hoffnung für fallende Bauzinsen, da die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe in Deutschland bei etwa 2,84 % lag und damit nahe dem Dreimonatstief.
Die Renditen von Pfandbriefen und zehnjährigen Staatsanleihen sind demnach wichtige Kennziffern, um die Entwicklung der langfristigen Bauzinsen einzuschätzen. Sollte es hier weiter bergab gehen, werden die Bauzinsen entsprechend nachziehen.
Grafik/Interhyp AG